














Als unabdingbarer Bestandteil alltäglicher Lebenserhaltungsrituale fungiert es als Garant für unseren Fortbestand: das Wasser.
Vielschichtig und oft beinahe unmerklich ist es Bestandteil dessen, was uns umgibt. Knapp 3 % des Wasservorkommens auf der Erde stehen uns zum Überleben zur Verfügung, 97 % füllen die Ozeane und Meere.
Wasser ist zum Inbegriff eines Life-Style-Begriffes und -versprechens geworden, das durch knallig bunte Werbekampagnen kreiert und überhöht wird. Ästhetisch idealisiert tritt uns das Wasser entgegen: verheißungsvoll blau, angenehm kühl und unglaublich sauber. Doch ist es nicht weitaus facettenreicher? Wasser nährt was wir züchten und es umschmeichelt was wir erschaffen. Gebändigt treibt es viele unserer Technologien an. Als entfesselte Naturgewalt zerstört es sie – und uns.
Die einzelnen Fotografien der Werkgruppe variieren in Ihrer Suggestion. Die abgebildeten Szenerien vermitteln ein trügerisches wie sensibles Gleichgewicht, in dem wir uns befinden. Das Wasser balanciert unseren Alltag aus – im Positiven, wie im Negativen. Der Umgang mit unserer wichtigsten Ressource wird mehr und mehr zum Drahtseilakt.
Maße: 900 x 600 mm / 600 x 900 mm
Limitierung: je 5 + 2 AP
Pánta rhei / Alles fließt – so fasste man schon in der Antike die Lehren des dunklen Philosophen Heraklit aus Ephesos zusammen. Uns sind nur Fragmente seines Werks erhalten, aber diese für sich allein genommen rätselhaften Fragmente bringen immer neue und sich wandelnde Sinne und Zusammenhänge hervor, eine unerschöpfliche Quelle von Wandel und Bedeutung. Heraklit sieht den ganzen Kosmos als ein solches unaufhörliches Strömen, Wandeln und Übergehen. Vom Feuer zum Wasser, vom Leben zum Tod, vom Tag zur Nacht, und umgekehrt.
Pánta rhei / Alles fließt – so kann man auch diese Fotoserie zusammenfassen. Die einzelnen Fotografien haben für sich Fragmentcharakter und bleiben rätselhaft. Erst in ihren Zusammenhängen bringen sie immer neue und sich wandelnde Bedeutungen hervor, die aber alle gemeinsam auf das Element des Wassers als das Allwirkende deuten. Überall in den Fotografien sind die Spuren des Wassers in seinen wandelbaren Formen und Wirkungen zu entdecken, als Nebeln und Spritzen, als Strömen und Sickern, als Aufwogen und Beseligen, als Verwittern und Nähren.
Der junge Nietzsche legte jenem Heraklit einen emphatischen Ausruf in den Mund: „Das Werden schaue ich an, ruft er, und niemand hat so aufmerksam diesem ewigen Wellenschlage und Rhythmus der Dinge zugesehen. … Ich sehe nichts als Werden. Laßt euch nicht täuschen! In eurem kurzen Blick liegt es, nicht im Wesen der Dinge, wenn ihr irgendwo festes Land im Meere des Werdens und Vergehens zu sehen glaubt.“
In dieser Fotoserie ist es aber nun gerade der kürzeste aller Blicke, der fotografische Blick, der Nietzsche-Heraklits „festes Land“ als Täuschung erkennbar macht, der Blick öffnet sich dem „Meere des Werdens und Vergehens“.
Dergestalt setzt Nico Wallfarth mit dieser fotografischen Arbeit durch Form und Gehalt den Beginn des abendländischen Denkens in Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Wasser als lebensnotwendige und gefährdete Ressource. Gerade dem Dunklen, Rätselhaften der einzelnen Fotografien entströmt im Zusammenhang das Erhellende.
Zitat:
Friedrich Nietzsche: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen, § 5.















Als unabdingbarer Bestandteil alltäglicher Lebenserhaltungsrituale fungiert es als Garant für unseren Fortbestand: das Wasser.
Vielschichtig und oft beinahe unmerklich ist es Bestandteil dessen, was uns umgibt. Knapp 3 % des Wasservorkommens auf der Erde stehen uns zum Überleben zur Verfügung, 97 % füllen die Ozeane und Meere.
Wasser ist zum Inbegriff eines Life-Style-Begriffes und -versprechens geworden, das durch knallig bunte Werbekampagnen kreiert und überhöht wird. Ästhetisch idealisiert tritt uns das Wasser entgegen: verheißungsvoll blau, angenehm kühl und unglaublich sauber. Doch ist es nicht weitaus facettenreicher? Wasser nährt was wir züchten und es umschmeichelt was wir erschaffen. Gebändigt treibt es viele unserer Technologien an. Als entfesselte Naturgewalt zerstört es sie – und uns.
Die einzelnen Fotografien der Werkgruppe variieren in Ihrer Suggestion. Die abgebildeten Szenerien vermitteln ein trügerisches wie sensibles Gleichgewicht, in dem wir uns befinden. Das Wasser balanciert unseren Alltag aus – im Positiven, wie im Negativen. Der Umgang mit unserer wichtigsten Ressource wird mehr und mehr zum Drahtseilakt.
Maße: 900 x 600 mm / 600 x 900 mm
Limitierung: je 5 + 2 AP
Pánta rhei / Alles fließt – so fasste man schon in der Antike die Lehren des dunklen Philosophen Heraklit aus Ephesos zusammen. Uns sind nur Fragmente seines Werks erhalten, aber diese für sich allein genommen rätselhaften Fragmente bringen immer neue und sich wandelnde Sinne und Zusammenhänge hervor, eine unerschöpfliche Quelle von Wandel und Bedeutung. Heraklit sieht den ganzen Kosmos als ein solches unaufhörliches Strömen, Wandeln und Übergehen. Vom Feuer zum Wasser, vom Leben zum Tod, vom Tag zur Nacht, und umgekehrt.
Pánta rhei / Alles fließt – so kann man auch diese Fotoserie zusammenfassen. Die einzelnen Fotografien haben für sich Fragmentcharakter und bleiben rätselhaft. Erst in ihren Zusammenhängen bringen sie immer neue und sich wandelnde Bedeutungen hervor, die aber alle gemeinsam auf das Element des Wassers als das Allwirkende deuten. Überall in den Fotografien sind die Spuren des Wassers in seinen wandelbaren Formen und Wirkungen zu entdecken, als Nebeln und Spritzen, als Strömen und Sickern, als Aufwogen und Beseligen, als Verwittern und Nähren.
Der junge Nietzsche legte jenem Heraklit einen emphatischen Ausruf in den Mund: „Das Werden schaue ich an, ruft er, und niemand hat so aufmerksam diesem ewigen Wellenschlage und Rhythmus der Dinge zugesehen. … Ich sehe nichts als Werden. Laßt euch nicht täuschen! In eurem kurzen Blick liegt es, nicht im Wesen der Dinge, wenn ihr irgendwo festes Land im Meere des Werdens und Vergehens zu sehen glaubt.“
In dieser Fotoserie ist es aber nun gerade der kürzeste aller Blicke, der fotografische Blick, der Nietzsche-Heraklits „festes Land“ als Täuschung erkennbar macht, der Blick öffnet sich dem „Meere des Werdens und Vergehens“.
Dergestalt setzt Nico Wallfarth mit dieser fotografischen Arbeit durch Form und Gehalt den Beginn des abendländischen Denkens in Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Wasser als lebensnotwendige und gefährdete Ressource. Gerade dem Dunklen, Rätselhaften der einzelnen Fotografien entströmt im Zusammenhang das Erhellende.
Zitat:
Friedrich Nietzsche: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen, § 5.