







Ausgangspunkt der Werkgruppe „flashback“ ist ein Heimatfilm, der in einem abgelegenen Dorf im Hunsrück im Jahre 1957 von einem niederländischen Filmteam gedreht wurde. Der Stummfilm konservierte Stimmungen und Augenblicke, die in Nachkriegsdeutschland allgegenwärtig waren.
Die fesselnden Blicke der Menschen aber vermögen es nicht, die Neugierde des Betrachters an der damaligen Welt und deren Lebensumstände zu befriedigen. Die Distanz bleibt gewahrt. Die Augen sprechen, die Münder schweigen.
Der Rezipient bleibt mit seinen Eindrücken alleine. Die Jahre, die sich über die Gesichter wie ein Schleier gelegt haben, machen es ihm unmöglich, Details zu rekonstruieren. Alles, was ihm bleibt, sind seine eigenen Wahrnehmungen oder auch Erinnerungen an jene Zeit, die – je genauer er sich zu erinnern versucht – zunehmend verblassen. Immer neue Gedanken lassen das Gesehene aus einem ständig neuen Blickwinkel erscheinen. Die Konturen verschwinden. Mehr und mehr.
Maße: 1250 x 836 mm
Limitierung: je 5 + 2 AP
Im Jahr 1957 drehte ein niederländisches Filmteam in einem abgelegenen Dorf im Hunsrück im Jahre 1957 einen Heimatfilm. Dieser Film, keine Jodelattacke, sondern ein Stummfilm, nahm Blicke, Gesten, Momente der Dörfler auf. Geschichten werden hier mit Blicken erzählt, Blicke, die Geschichten und Erinnerungen wahren – aber auch für sich bewahren. Denn die beredten Blicke schweigen uns an, das Vergangene entzieht sich der Verfügung, trübt sich ein im Rückblick und belebt doch unsere Vorstellung, gerade im Verschwinden.
Denn die erinnerten Bilder verschwinden unter der Genauigkeit des betrachtenden Blicks. Je ungefährer, je beiläufiger wir die Fotografien anschauen, desto klarer begegnen uns die Blicke der längst nicht mehr Blickenden. Der Schärfe des forschenden Blicks aber entziehen sie sich. Wie Eurydike unter dem Blick des nach ihr sich wendenden Orpheus, wie die Erscheinung der verstorbenen Mutter des Odysseus, die er vergeblich zu umarmen sucht, lösen sie sich in Nebel auf, „als wär es ein Schatten oder ein Traumbild.“
Zitate:
Ovid: Metamorphosen X, 55 - 59.
Homer: Odyssee XI, 204 - 222.








Ausgangspunkt der Werkgruppe „flashback“ ist ein Heimatfilm, der in einem abgelegenen Dorf im Hunsrück im Jahre 1957 von einem niederländischen Filmteam gedreht wurde. Der Stummfilm konservierte Stimmungen und Augenblicke, die in Nachkriegsdeutschland allgegenwärtig waren.
Die fesselnden Blicke der Menschen aber vermögen es nicht, die Neugierde des Betrachters an der damaligen Welt und deren Lebensumstände zu befriedigen. Die Distanz bleibt gewahrt. Die Augen sprechen, die Münder schweigen.
Der Rezipient bleibt mit seinen Eindrücken alleine. Die Jahre, die sich über die Gesichter wie ein Schleier gelegt haben, machen es ihm unmöglich, Details zu rekonstruieren. Alles, was ihm bleibt, sind seine eigenen Wahrnehmungen oder auch Erinnerungen an jene Zeit, die – je genauer er sich zu erinnern versucht – zunehmend verblassen. Immer neue Gedanken lassen das Gesehene aus einem ständig neuen Blickwinkel erscheinen. Die Konturen verschwinden. Mehr und mehr.
Maße: 1250 x 836 mm
Limitierung: je 5 + 2 AP
Im Jahr 1957 drehte ein niederländisches Filmteam in einem abgelegenen Dorf im Hunsrück im Jahre 1957 einen Heimatfilm. Dieser Film, keine Jodelattacke, sondern ein Stummfilm, nahm Blicke, Gesten, Momente der Dörfler auf. Geschichten werden hier mit Blicken erzählt, Blicke, die Geschichten und Erinnerungen wahren – aber auch für sich bewahren. Denn die beredten Blicke schweigen uns an, das Vergangene entzieht sich der Verfügung, trübt sich ein im Rückblick und belebt doch unsere Vorstellung, gerade im Verschwinden.
Denn die erinnerten Bilder verschwinden unter der Genauigkeit des betrachtenden Blicks. Je ungefährer, je beiläufiger wir die Fotografien anschauen, desto klarer begegnen uns die Blicke der längst nicht mehr Blickenden. Der Schärfe des forschenden Blicks aber entziehen sie sich. Wie Eurydike unter dem Blick des nach ihr sich wendenden Orpheus, wie die Erscheinung der verstorbenen Mutter des Odysseus, die er vergeblich zu umarmen sucht, lösen sie sich in Nebel auf, „als wär es ein Schatten oder ein Traumbild.“
Zitate:
Ovid: Metamorphosen X, 55 - 59.
Homer: Odyssee XI, 204 - 222.